| WHP-Online : "VfL Eintracht Hagen steht im Halbfinale" |
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| Geschrieben von: WHP-Online |
| Samstag, den 18. Februar 2012 um 14:23 Uhr |
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ASV Senden – VfL Eintracht Hagen 25:28 (11:12) Die Drittliga-Handballer des VfL Eintracht Hagen haben als erste Mannschaft das Halbfinale des WHV-Pokals erreicht. Zufrieden war Trainer Khalid Khan nach dem 28:25 (12:11)-Erfolg im Münsterland beim ASV Senden jedoch nicht. Waren er und sein Team vielleicht vom Tabellenzweiten der Verbandsliga-Staffel 1 ein wenig überrascht worden? „Überhaupt nicht“, sagte der Eintracht-Coach. „Mir hat das Spiel meiner Mannschaft überhaupt nicht gefallen, weil wir ohne Angriff gespielt haben. Normalerweise kannst du mit so einer Chancenverwertung nicht gewinnen.“ ASV Senden: J.-S. Tenholt (1.-48.), Rottstegge (48.-60.) – Nolte (2), Höning (4), Scheele (1), Franetzki (1), Stünke (2), Kuhlmann (10), Kordes, S. Tenholt (1), Anstötz (2), Giesbert (2), Wieczorek. VfL Eintracht Hagen: Schmidt, Quick (n. e.) – Wilhelm (2), Gurol (1), Giela (n. e.), Oberste, Majstrenko (2), Schütte (12), Thoke (7), Schulte-Berthold, Kraus (4/1). Ein paar Meter weiter gab es in der Neuen Halle im Sportpark zwar auch kein glückliches Trainer-Gesicht, aber doch ein zufriedeneres. „Wir haben eine ordentliche Leistung gezeigt“, sagte Diethard von Boenigk. Und ein bisschen dachte er auch über die Leistung der Schiedsrichter nach, über Manuel Smeetz und Andreas Wunder aus Castrop-Rauxel, die dafür gesorgt hatten, dass Sendens Rückraum-Ass Hendrik Kuhlmann schon nach 21 Minuten und Jens Giesbert nach 35 Minuten mit jeweils zwei Zwei-Minuten-Strafen belastet waren. „Ich finde, dass uns die Schiedsrichter härter bestraft haben als die Eintracht“, sagte der 55-jährige ASV-Coach. Die Partie war keine sieben Minuten alt, da nahm Diethard von Boenigk schon eine Auszeit. 1:3 hatte es gestanden. „Wir hatten in der ersten Halbzeit zu viel Respekt und sind immer hinterhergerannt“, sagte der Sendener Trainer, obwohl nicht nur er gesehen hatte, dass die Hagener eigentlich kaum etwas mitgebracht hatten, das seinem Team hätte Angst und Schrecken einflößen müssen. Das reichte aber, um sich regelmäßig kleine Polster herauszuwerfen – von 5:5 auf 7:5 oder später von 8:8 auf 11:8. Zumal es ja auch noch die Notlösung gab: Ben Schütte, der sich wegen der dünnen Personaldecke das Aufbauspiel mit seinem Linksaußen-Kollegen Jan Wilhelm geteilt hatte, warf einfach ein Tor. Sechs Akteure fehlten Khalid Khan in Senden, unter anderem auch Rückraum-Riese Maciej Dmytruszynski, der in der Runde zuvor in der Partie beim Oberligisten HC TuRa Bergkamen (28:27) die Rote Karte gesehen hatte und deshalb gesperrt war. Kempa-Tor durch Ruwen Thoke Dass der Außenseiter, der der ASV trotz des Hagener Personalnotstandes vor 350 Zuschauern war, nach seinem 8:11 mit nur einem Treffer Rückstand in die Pause ging, war vor allem auch der Verdienst eines 18-Jährigen aus dem Sendener A-Jugend-Bundesligateam: Linkshänder Max Höning, der noch nicht einmal geplant war, als sein Trainer Diethard von Boenigk in der 1. Bundesliga das Trikot des DSC Wanne-Eickel getragen hatte (1989/90), kam in der 24. Minute wuchtete den Ball dann bis zum Pausenpfiff zweimal ins Eintracht-Netz. Nach dem Wechsel konnte sich Khalid Khan mit dem Auftritt seiner Mannschaft ein bisschen mehr anfreunden. „In der zweiten Halbzeit haben wir die Sendener doch mehr oder weniger kontrolliert“, sagte er. „Das war okay.“ Dabei meinte der Hagener Trainer vor allem seine Defensiv-Abteilung, die ihr System, das sie über weite Strecken auch schon in den ersten 30 Minuten benutzt hatte, im Spiel sechs gegen sechs nun ganz konsequent durchzog: Ben Schütte deckte Sendens linken Rückraum-Spieler eng, also meistens Hendrik Kuhlmann. Schnell setzte sich der VfL Eintracht zu Beginn der zweiten Hälfte von 13:13 auf 16:13 ab (36. Minute) und verwaltete seinen Vorsprung in der Folge – zwischendurch auch mal spielerisch besser, als etwa Linkshänder Ruwen Thoke einen Kempa-Trick zum 20:17 abschloss. Diethard von Boenigk: „Ein paar Gegenstoß-Tore zu viel“ Das Ganze kann jedoch auch anders aussehen beziehungsweise sich anders anhören, wenn der Betrachter ein anderer ist, nämlich der Coach des Gegners. „Das ist für einen Verbandsliga-Trainer ein Klagen auf hohem Niveau“, sagte Diethard von Boenigk, und dies war eigentlich sein Schluss-Satz. Aber? „Wir haben sechs gegen sechs ganz ordentlich gedeckt“, sagte er, „uns aber ein paar Gegenstoß-Tore zu viel eingefangen. Das tat weh.“ So habe der Favorit, der Drittliga-Drittletzte, die Möglichkeit erhalten, „mit einfachen Toren den Vorsprung auf fünf, sechs auszubauen“. Und nicht nur Diethard von Boenigk hatte dieses Gefühl. Allerdings belegt die Statistik, dass der VfL Eintracht Hagen lediglich zweimal auf fünf und nie auf sechs Treffer weg war – beim 24:19 in der 51. und beim 27:22 in der 59. Minute. Immerhin sorgten dann Max Höning, Jens Giesbert und Hendrik Kuhlmann mit drei Toren in Serie dafür, dass es für den Außenseiter ein sehr, sehr beachtliches Ergebnis wurde, das Hagens Linkshänder Marius Kraus mit dem letzten Treffer besiegelte. Obwohl sich Diethard von Boenigk, wenn auch wieder auf hohem Niveau, etwas ärgerte, weil seine Mannschaft das Spiel in der zweiten Halbzeit „zu früh wieder abgegeben hat“. Und ein bisschen Zufriedenheit kam dann auch beim Trainer des Siegers auf. „Wir sind zufrieden, dass wir bei einer so heimstarken Mannschaft gewonnen haben“, sagte Khalid Khan. „Aber unser Hauptaugenmerk liegt sowieso auf der Liga.“ Klar: Das Hagener Ziel ist der Klassenerhalt in der 3. Liga West, von dem sie momentan zwei Punkte trennen. Am kommenden Freitag (24. Februar, 20 Uhr) treffen sie in der Enervie-Arena an der Stadionstraße auf den Tabellenfünften TuS Wermelskirchen. Im Halbfinale des WHV-Pokals gastieren sie am letzten März-Wochenende beim Sieger der Partie zwischen den Oberligisten TuS Spenge und TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck (Samstag, 19.15 Uhr). Der Bericht wurde uns freundlicherweise zugesandt von whp-online.de |