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Geschrieben von: ASV Senden Handball   
Samstag, den 28. Januar 2012 um 14:48 Uhr

Konzeptionelle Strategien des ASV Senden Handball als Grundlage zum
Projekt "Hand in Hand" mit der Sparkasse Westmünsterland


Einleitung

Seit dem 1.8.1996 gibt es in Senden den Jugendhandball-Leistungsstützpunkt Münsterland.

Diese Einrichtung wurde entwickelt aus der intensiven, zielorientierten Zusammenarbeit der
Handballabteilung des ASV-Senden, den Sendener Schulen und der erklärten Unterstützung durch die Gemeindeverwaltung Sendens.
Als Talentförderprojekt und Teilinternat anerkannt wurde die Einrichtung gemeinsam durch den
Landessportbund NRW (als "Dachverband" der Sportvereine) und die zuständige Kultusbehörde,
dem Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes NRW (MSWKS).
 
Ein Jugendhandball-Leistungsstützpunkt setzt sich zum Ziel, Kindern und Jugendlichen einen entwicklungsgemäßen, langfristigen Leistungsaufbau zu ermöglichen und bietet konkrete Hilfen
zu einer zielgerichteten individuellen Begabungsförderung an.

Ein Teilinternat (TI) bietet den organisatorischen Rahmen dafür, dass Kinder und Jugendliche
bei aller Förderung im motorischen Bereich auch hinsichtlich ihrer Persönlichkeitsentwicklung
und der Sicherung ihrer Schullaufbahn gezielt Unterstützung erfahren.
In Abstimmung mit den weiterführenden Schulen der Gemeinde Senden ist eine Übermittag-Betreuung
für jene Kinder und Jugendliche eingerichtet worden, die leistungsbezogen Jugendhandball betreiben
 möchten.Sie beinhaltet sowohl die Möglichkeit der Teilnahme am Mittagessen in der Schulmensa,
als auch die Begleitung bei der Hausaufgabenerstellung durch pädagogische Fachkräfte.

Zusätzlich ist im Falle des Leistungsabfalls von talentierten, durch hohen Trainingsumfang stark
beanspruchten Jugendhandballern gewissermaßen als Ausgleich, fächerspezifischer
Stützunterricht vorgesehen.

Das Training wird nach einem eigens entwickelten Konzept – auf der Basis der
 DHB-Rahmenkonzeption – durchgeführt. Die Sportstätten im Sendener Sportpark bieten dafür
ein nahezu „ideales Umfeld“: Drei große Sporthallen mit Krafttrainingsbereich,
Tagungs- und Gastronomieräumen, sowie ein Beachhandballfeld und Außensportanlagen
liegen eng beieinander in unmittelbarer Nähe zu den weiterführenden Schulen der Gemeinde.

 


Welches sind die konkreten Ziele unseres Jugendhandball
-Leistungsstützpunkt Münsterland?


Unsere Kinder sollen sich in unserer Einrichtung wohlfühlen und im Umgang mit Trainern, Lehrern,
Betreuern sowie Gleichaltrigen "soziale Kompetenz" entwickeln. Dies bezieht sich nicht nur auf die
Ausübung des Sports, sondern sollte auch auf andere Lebensbereiche übertragbar sein.

Werte wie Teamgeist oder Fair Play sind in unserem Jugendhandball-Leistungsstützpunkt
ebenso fest verankert wie eine permanente Elternmitarbeit (Gespräche, Unterstützung bei
gemeinsamen Aktionen).
Denn nur über eine gemeinsame Verantwortung lassen sich wünschenswerte Entwicklungen
langfristig sichern.

Auch unsere Trainerinnen und Trainer sowie der Abteilungsvorstand des ASV Senden müssen sich
immer wieder neu unseren Kindern und Jugendlichen sowie unserem Konzept gegenüber verantworten .

So wie sich unsere Kinder entwickeln, befindet sich auch unsere Einrichtung in einem
ständigen Lernprozess, der mögliche Veränderungen im Umfeld der Talentförderung rasch erkennen
und einbeziehen muss. Insofern ist unser Trainingskonzept eine Leitlinie, die immer wieder durch
verantwortlichen Austausch aller Beteiligten überprüft und in Frage gestellt werden muss.

Die ständige Weiterbildung der Trainerinnen und Trainer sowie der Erfahrungsaustausch mit anderen
Projekten ist daher unverzichtbarer Bestandteil unseres Förderkonzepts. Gute Trainer werden so zu
erfolgreichen Projekttrainern, die die Fördereinrichtung tragen, transparent machen und weiterentwickeln .

Kinder und Jugendliche sollen in unserem Jugendhandball-Leistungsstützpunkt Münsterland nicht
nur die Zielsportart "Handball" kennenlernen, sondern möglichst viele Sportarten in den verschiedensten Ausprägungen und Varianten "erleben" und ihre Erfahrungen damit machen dürfen.

Ein reichhaltiges Bewegungsrepertoire vermittelt Bewegungsfreude, Körper- und Selbstbewusstsein.
Indem Kinder ihren Körper auch hinsichtlich seiner Unzulänglichkeiten oder Defizite erfahren,
erhalten sie die Möglichkeit, Entwicklungsdefizite unter Anleitung frühzeitig zu kompensieren und damit
zur Erhaltung ihrer eigenen Gesundheit und Leistungsfähigkeit beizutragen. Dieses Bewusstsein schafft
wiederum neue Motivation für Training Wettkampf und Lebensführung .

   
D-Jugend beim Karate-Schnuppertraining
- und im Kletterwald

In diesem Sinne beinhaltet auch unser Förderkonzept entwicklungsbezogene Grundsätze,
die den jungen Sportlerinnen und Sportlern helfen sollen, die eigene Leistungsfähigkeit 
zu "erleben",  an persönliche Leistungsgrenzen zu gehen und sich immer wieder neuen
Anforderungen zu stellen.

Zur Zeit spielt unsere A1-Jugend (m) in der Jugend-Bundesliga (Staffel Nord), die
B1-Jugend (m) in der Westfalen-Oberliga und die C1-Jugend (m) in der Westfalen-Bezirksliga.
Es sind dies die jeweils höchsten Jugendligen in Deutschland, nur ihre Mitgliedschaft berechtigt
auch, an den Deutschen Meisterschaften teilzunehmen.

      
Kampf und Jubel in der A-Jgd-Bundesliga
 
 
 
Das Projekt „Hand in Hand“

Siege und Erfolge für unsere Kinder und Jugendliche, sowie für die Verantwortlichen des Projekts
sind für uns heute und morgen von erheblicher Bedeutung: Sie erhalten die Motivation und fördern
die Bereitschaft zu (höherem) Einsatz, was sich wiederum positiv auf die Leistungsentwicklung
des Einzelnen, der Mannschaft und des gesamten Fördersystems auswirkt.

Die Förderung von Nachwuchs und jungen Talenten ist dabei ein wesentlicher Beitrag zum Erfolg.
Sie beginnt schon im Kindergarten - die Einrichtung von Handballspielgruppen für 5-6jährige
entstand vor ca. zwei Jahren in enger Kooperation mit den Kindergärten vor Ort- ; setzt sich fort
in der Zusammenarbeit mit den Grundschulen (Offener Ganztag) durch die Bildung von Handballtrainingsgruppen/Arbeitsgemeinschaften und mündet – auf der Ebene der
Sekundar I und II- Stufe in Talentförder – und Talentsichtungsgruppen.


Handball-Kids in der KiTa

Die Einrichtung eines Projektes - Hand in Hand - transportiert die beschriebene Philosophie
unseres Jugendhandball-Leistungsstützpunktes auf eine neue konzeptuell richtungsweisende Ebene.
Es soll der zukünftigen Leistungsentwicklung von Jugendhandballern dienen, indem es Erkenntnisse
der Entwicklungspsychologie zur Kindheit aufgreift und diese in einen Zusammenhang stellt mit
Erkenntnissen eines psychologischen Konzept, das die Entwicklung eines Moralischen Bewußtseins
bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zum Inhalt hat. Heruntergebrochen auf ein praktische Ebene
ist damit folgendes gemeint:

Die in den höchsten Leistungsklassen des Jugendhandball spielenden Mitglieder der A-Jugend und
B-Jugend gehen Partnerschaften und Patenschaften mit Kindern aus unseren E-Jugend- und
Mini-Teams ein. Den Kindern wird über Vorbilder und Identifikation ein Ansporn und
Motivationsverstärker vermittelt, sich eine positiver Einstellung zur Leistungserbringung zu erarbeiten.
Den Jugendlichen und jungen Erwachsenenstellt sich die Aufgabe, als Vorbild zu agieren,
soziales Engagement zu zeigen und Kompetenz und Einstellung als junge Leistungssportler weiterzugeben.


Erstes Einlaufen des A-Jugend-Bundesligateams mit den Jüngsten

Wir erhoffen uns über dieses Geben und Nehmen eine Kultur der positiven Einstellung zur
Leistung im Handballsport und in der Schule zu erhalten und zu fördern, die sowohl der
persönlichen Entwicklung der jungen Menschen als auch dem
Jugend-Handball-Leistungsstützpunkt Münsterland zu Gute kommt.

                            

Hand in Hand - Das Wichtigste am Sport ist das Team.
Der ASV Senden fördert deshalb den Teamgeist seiner Spieler durch die gezielte Zusammenarbeit
von Jung und Alt. Mit dem Partnerprogramm der Jugendmannschaften lernt der junge Nachwuchs
von den erfahrenen Jugendspielern – und umgekehrt.
So werden Teamgeist, Leistung und Fairness sowie Verantwortung ganz unmittelbar erlebt
und trainiert: von Jung und Alt und Hand in Hand .

                                    
Prof. Dr. Hans-Joachim Jungblut, im Januar 2012